Alexander Wutz

 

 

 


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Und es war doch meine Heimat

Eine Kindheit und Jugend in den Heimen von Marktl am Inn und München

Taschenbuch: 196 Seiten

Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (18. Januar 2008)

ISBN-10: 3837018016,  ISBN-13: 978-3837018011

Preis: 12,95 €
 

im Buchhandel erhältlich, auch bei amazon

zusätzlich als ebook erhältlich im Lumen-Online-Shop für: 4,95€

Erzählungen über meine verschiedenen Heimunterbringungen

 

Vorwort

 

Oft geht mein Blick zurück, weit zurück auf Vergangenes. Auf meine vergangenen Heimzeiten.

Vieles gibt es, was mich noch immer aus dieser Zeit beschäftigt und nicht mehr loslässt. Es gibt so vieles, was mich immer wieder, auch schmerzlich, an die Vergangenheit erinnert. Ich werde all das Ungeliebte aus der Vergangenheit nicht mehr los, es ist fester Bestandteil meines Lebens geworden. Oft fühle ich noch tiefen Schmerz und vergesse nicht die, die mir diesen Schmerz zugefügt haben. Disziplin in strengster Form war meistens die Devise meiner Erziehung. Ich hoffe aber, dass dieses immer wieder kehrende Aufflackern von negativen Gefühlen irgendwann aus mir verschwinden wird.

Vergessen aber darf und werde ich auch nicht die schönen Momente, die mir in Erinnerung geblieben sind. Viel davon gab es nicht. Meine Erinnerungen führen mich in Zeiten, in denen ich auch gelacht hatte. Ich habe gern und viel gelacht, wenn es etwas zu lachen gab. Ich wollte frei sein, in meinem Handeln und meinen Denken. Ich wollte Freude, Spiel, Spaß und ich wollte Lachen. Ich wollte ein freies Leben. Für mich, als Kind, das ich damals ja war.

Ich will keine Lanze für das Heimleben brechen, doch möchte ich von Ereignissen erzählen, die nicht nur das ganze Übel wiedergeben, welches es sicherlich in vielen Heimen gab und es wahrscheinlich auch immer wieder geben wird.

Ich wünsche mir, dass dieses Buch für den Leser eine nachdenkliche, aber auch unterhaltsame Lektüre ist. Gehen wir nun gemeinsam den Weg einiger Erlebnisse, die ich in den verschiedenen Heimen hatte ...

Einleitung

Wenn mein Blick zurück geht, weit zurück auf Vergangenes, auf meine vergangenen Heimzeiten, dann schaue ich in eine Kiste mit den verschiedensten Erinnerungen: es sind gute und schlimme Erinnerungen.

Ich sehe den kleinen Alex vor mir, mit seiner Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, mit seinem Wunsch nach Freude und Freiheit ...

Was es leider oft gab während meiner Heimaufenthalte, das war die Freiheit für die Schläge, die ich erhielt, aber kaum die Freiheit meiner Entwicklung. Voller Zorn und Verachtung waren oft meine Gedanken. In mir wuchs das Verlangen nach Geborgenheit, nach Verstanden werden und der Liebe. Das war es, was ich wollte. Doch sagen konnte ich es nicht. Beherrschung war es, was ich erlernen musste, wenn auch dies mir nicht immer gelang. Geweint habe ich viel, im Stillen.

Lange habe ich überlegt, womit man mein Heimleben vergleichen kann. So ist mir dann eine Natur belassene Blumenwiese eingefallen. Eine Blumenwiese, mit all den vielen unterschiedlichen Blumen und Pflanzen in unterschiedlichen Formen und auch Größen, mit all seiner Farbenpracht und den vielen unterschiedlichen Düften. Auf so einer Blumenwiese gibt es aber auch Unkraut und Pflanzen mit Dornen, Disteln und Brennnesseln.

Auf so einer Wiese lebt eine große Vielzahl von unterschiedlichen Tieren wie Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und sehr viele unterschiedliche Käfer. Diese vielen Pflanzen und Tiere harmonieren, wenn auch nicht immer sofort erkennbar, miteinander. Das Gesetz des Stärkeren herrscht aber auch hier. So ist es auch für meine Heimzeiten gewesen. Nicht alles war rosig, vieles hatte Dornen. Dieser Vergleich mag, so schade es auch ist, nicht für viele, die in Heimen lebten, zutreffen. Für viele war es oft leider nur ein Leben wie in einem Dornenfeld. Schmerzhaft und ohne Liebe. Was mich betrifft, war es aber so, wie auf einer bunten Blumenwiese.

Leserrezension

Bei der Betrachtung der nüchternen Daten könnte man meinen: Glück gehabt, hätte schlimmer kommen können, bei den Umständen.  Mir hat der Autor am Telefon jedoch sofort von den vielen positiven Erfahrungen in seiner Heimzeit erzählt, von den schönen Erlebnissen und von den für ihn prägenden Personen dieser Zeit, seien es Klosterschwestern oder Erzieher gewesen.
Das klingt völlig anders als alles, was man so an Klischees über Heime und Heimerziehung gehört und gelesen hat, doch eines wird auch klar bei der Lektüre: Die positiven Erfahrungen werden erst besonders deutlich vor dem Hintergrund einer zeittypischen Einstellung, in der Heimerziehung katholischer Träger im  Bayern der 60ger und 70ger-Jahre, wie sie auch der Autor viele Jahre genossen hat, vor allem einen Sinn hatte: Disziplinierung und Ruhigstellung mit allen Mitteln. Zu diesen Mitteln gehörte Verständnis und liebevolle Zuwendung jedoch offiziell nicht.

Es war dem Autor zu Recht ein Bedürfnis zu zeigen, dass es in diesem Umfeld auch Personen gab, die "inoffiziell" handelten. Was ihm entscheidend geholfen hat, diese Zeit  relativ unbeschadet zu überstehen.

Pressemitteilung vom 10.11.2010

(PresseEcho.de) Wider aller Erwartungen lüftet der Münchener Autor, Alexander Wutz, in seiner Biografie interessante Erinnerungen, Tatsachen und Erfahrungen aus seiner Heimzeit in Marktl am Inn und München. Er schenkt dem Leser Einblick in das von Nonnen geführte Haus, in dem er unter der Obhut der kartholischen Kirche heranwächst. Was sein Leben bis heute geprägt hat und wie schnell Vorurteile im Sand verlaufen können, beschreibt Alexander Wutz in seinen beiden Bänden, die ab sofort als eBook über die Edition Lumen erscheinen.

 

Rezension:

Und es war doch meine Heimat von Alexander Wutz – gelesen von Sabine Marya

In seiner Biografie „Und es war doch meine Heimat“ teilt der Autor mit dem Leser seine Erinnerungen aus seiner Heimzeit in Marktl am Inn und München, fern ab von allen Klischees.

Es ist kein Buch über eine Heimzeit, die Negativ- Schlagzeilen macht, sondern ein Buch, das still und leise daher kommt und mit viel Herzenswärme.

Alexander Wutz schreibt über seine Kindheit im Heim mit schönen und schlechten Erinnerungen und Erfahrungen und über die für den Autor prägenden Personen dieser Zeit, also die Klosterschwestern und Erzieher.

„Wenn mein Blick zurück geht, weit zurück auf Vergangenes, auf meine vergangenen Heimzeiten, dann schaue ich in eine Kiste mit den verschiedensten Erinnerungen: es sind gute und schlimme Erinnerungen. Ich sehe den kleinen Alex vor mir, mit seiner Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, mit seinem Wunsch nach Freude und Freiheit ...“ So beginnt das Buch von Alexander Wutz.

Der Leser begleitet den kleinen Alex während seiner Zeit in dem von Nonnen geführten Haus im  Bayern der 60er und 70er-Jahre, in dem er unter der Obhut der katholischen Kirche heranwächst. Im Nachhinein vergleicht der Autor seine Heimzeit mit einer bunten Blumenwiese. „Dieser Vergleich“, so schreibt er, „mag, so schade es auch ist, nicht für viele, die in Heimen lebten, zutreffen. Für viele war es oft leider nur ein Leben wie in einem Dornenfeld. Schmerzhaft und ohne Liebe. Was mich betrifft, war es aber so, wie auf einer bunten Blumenwiese.“

Es sind die besonderen Menschen in seiner Kindheit, die ihm dieses Gefühl schenken. Schwestern, die mit den Kindern spielen oder ihnen zwischendurch etwas Leckeres zustecken, die ihre Liebe weitergeben an die Kinder, die sie betreuen, obwohl die kirchliche Obrigkeit von ihnen vor allem erwartete, die Kinder zu disziplinieren und ruhig zu stellen und der Kirche und ihren Regeln zu gehorchen. Für Alex ist es besonders Schwester Clarissa, die er von ganzem Herzen liebt und mit der ihn eine ganz besondere Beziehung verbindet.

Alexander Wutz beleuchtet auch die schmerzlichen Erfahrungen: Schläge, für das Heim betteln gehen müssen, Demütigungen, Abschiede. Der Autor schreibt: „Oft fühle ich noch tiefen Schmerz und vergesse nicht die, die mir diesen Schmerz zugefügt haben. Disziplin in strengster Form war meistens die Devise meiner Erziehung. Ich hoffe aber, dass dieses immer wieder kehrende Aufflackern von negativen Gefühlen irgendwann aus mir verschwinden wird.“

Der Autor gibt Einblick in beide Waagschalen, doch er macht dieses ohne Verbitterung und Hass und das ist es, was den Leser auch dieses Dunkle im Buch aushalten lässt. Tiefes Mitgefühl war in mir, als ich manches las, was mich erschütterte. Aber Alexander Wutz lässt uns nicht erstarren im Schlimmen, sondern sagt immer wieder: „Vergessen aber darf und werde ich auch nicht die schönen Momente, die mir in Erinnerung geblieben sind.“

Dieses Buch ist eine Bereicherung für Menschen, die ebenfalls im Heim aufgewachsen sind und die sich darin wiederfinden können. Es ist eine gute Einstiegslektüre für alle, die im pädagogischen Bereich arbeiten wollen, weil es einen Blick auf Kinder öffnet. Durch seine leicht verständliche Sprache ist es auch für den Schulunterricht geeignet. Es ist ein lesenswertes Buch für Menschen, die Bücher mit Herzenswärme mögen und ebenso wie der Autor ein Herz für Kinder haben.

Was dieses Buch so besonders für mich macht, ist, dass Herr Wutz nicht nur seine Erfahrungen mit uns teilt, sondern er lässt uns auch teilhaben an seinen Reflektionen über Kindererziehung, Kirche, das Leben und die Bedürfnisse, Träume und Wünsche von Kindern. „Doch wer auch in die Herzen der Kinder schauen kann, ist ein Mensch voller Glück, denn er besitzt das größte Geschenk auf Erden. Er sieht in das Herz Gottes.“ sagt Alexander Wutz in seinem Büchlein „Sinnsprüche und gedankliche Erweiterungen“. Diese Worte sind gleichzeitig die Essenz des Buches „Und es war doch meine Heimat“ und dafür danke ich Herrn Wutz von ganzem Herzen.

Sabine Marya

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